Bildungshabitus und Schulwahl: Fallrekonstruktionen zur by Sven Thiersch

By Sven Thiersch

Seit Jahrzehnten wird auf den engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und gewählter Schulform beim Übergang nach der Grundschule hingewiesen. Wie kommen aber die Schulwahlentscheidungen in den Familien tatsächlich zustande? Welche Schulen werden überhaupt in den Blick genommen, welche Rolle spielen die bildungsbiografischen Erfahrungen der Eltern und inwieweit haben die Kinder Einfluss auf die Entscheidungen? Diesen Fragen geht diese rekonstruktive Studie nach. Die Auswertungen mit der dokumentarischen Methode zeigen, wie die Praxis des Bildungshabitus zu unterschiedlichen, typologisch systematisierten Schulwahlentscheidungen führt. Auf der Grundlage einer sozialisationstheoretischen Reinterpretation des Bourdieuschen Habituskonzepts werden Transformationspotentiale des Bildungshabitus im Zusammenspiel von Individuum, Familie und schulischem Feld ausdifferenziert.

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Um die individuellen und kollektiven Bildungsleistungen und -geschichten sowie die familienspezifischen Formen der Weitergabe und Aneignung rekonstruieren zu können, wendet diese Untersuchung methodisch narrative und leitfadengestützte Einzelinterviews, Fotointerviews sowie verschiedene intra- und intergenerationale Gruppendiskussionen an, die mit der „grounded theory“ in verschiedenen Phasen des Codierens und der dokumentarische Methode (für die Gruppendiskussionen) ausgewertet werden (vgl. Brake 2006a, S.

Lebensjahr Einfluss nehmen. So kann der Besuch des Gymnasiums die Bildungsorientierung des Elternhauses bei Kindern, die aus Familien mit einem niedrigen oder mittleren Bildungsstatus kommen, ausgleichen, aber nicht voll und ganz aufheben (vgl. Fend 2009, S. ). Schulische Selektionsereignisse werden in dieser Perspektive als eine Abfolge von Handlungsentscheidungen verstanden, womit jedoch „die Gefahr einer Verengung auf schulische Selektionsverläufe“ besteht (Kramer u. a. 2006, S. 12). 36 1 Familie und Schulwahl – Forschungsansätze und -befunde den Beruf, der in der vorliegenden Arbeit vor allem für die Eltern als entscheidender bildungsbiografischer Erfahrungsraum gedeutet wird (vgl.

Einschränken (vgl. Schneider 2005, S. 58). In die Nutzenüberlegung gehen die Erfolgswahrscheinlichkeit und die zu erbringenden Kosten (z. B. für Nachhilfe) mit ein. 2 Befunde Rational Choice basierter Untersuchungen 31 bleibt, hingegen Eltern aus den unteren sozialen Schichten ab einem bestimmten Bildungsniveau den Ertrag höherer Bildung niedriger einschätzen und das Risiko des Bescuhes vermeiden (vgl. Erikson/Jonsson 1996, S. 29). Grundlegend kumulieren die primären Herkunftseffekte und wirken sich die besseren Ressourcen für die Kinder aus höheren Schichten im Verlauf der Bildungskarriere deutlich positiver aus.

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