Besinnung in flexiblen Zeiten: Leibliche Perspektiven auf by Jörg Schröder

By Jörg Schröder

Durch globalisierte Marktprozesse wird Arbeit zunehmend flexibilisiert und entgrenzt. Vom postmodernen Arbeitnehmer wird erwartet, unternehmerisch zu denken und sich "mit Haut und Haaren" Markterfordernissen unterzuordnen - oft zu Lasten lebensweltlicher Bedürfnisse und der eigenen Gesundheit. Auf Grundlage sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse zur „Subjektivierung der Arbeit“ und einer anthropologisch reflektierten Leiblichkeitskonzeption wird untersucht, wie leibliche Ressourcen zum Umgang mit Widersprüchen, Unsicherheiten und Ambivalenzen im Sinne einer gesundheitsförderlichen stability zwischen Arbeit und Leben entwickelt werden können.

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Einer Person, die Arbeitnehmer und Unternehmer in sich selbst vereinigt (vgl. ebenda, 166). Damit verändert sich das Verhältnis von Arbeit und Leistung. Es geht weniger um die verlässliche Erfüllung von Aufgaben und die kompetente Anwendung von Routinen als um betrieblich wahrnehmbare Beiträge zum Markterfolg. Das Beschäftigungsverhältnis bildet nicht mehr die Grundlage, auf der Leistungen erbracht werden, sondern seine Geltung steht immer wieder neu unter dem Vorbehalt des Erfolgs, wenn der Arbeitskraftunternehmer sich und seine Leistung immer wieder verkaufen muss (vgl.

So wird neben der gebrauchswertbezogenen Seite der Arbeitskraft auch ihre verwertungsbezogene Seite, sprich, die eigene Vermarktung, zeitlich entgrenzt: „Arbeitskraftunternehmer verkaufen sich ständig: sie müssen kontinuierlich mit dem Arbeitsmarkt ‘Kontakt halten’, um ja keine Gelegenheit für mögliche neue Aufträge bzw. Beschäftigungsverhältnisse zu verpassen oder auch nur, um ihren ‘Marktwert zu testen’ und müssen jede sich bietende Chance nutzen, um an ihrem ‘Marketing’ (im Betrieb oder auch in Richtung auf neue Beschäftigungsmöglichkeiten) zu arbeiten.

Selbstökonomisierung als neue Form der Verwertung von Arbeitskraft In Anlehnung an die Marxsche Werttheorie differenzieren Jurczyk, Voß drei fundamentale Handlungsqualitäten der Ware Arbeitskraft: „1. die Steuerung der Verausgabung der konkreten gebrauchswertschaffenden Qualität von Arbeitskraft in der praktischen Arbeitstätigkeit; 2. die Formung und Verwertung der abstrakt ökonomischen Qualität von Arbeitskraft als Basis der Sicherung des notwendigen Gelderwerbs der Person; 48 3. die notwendige Bindung von Arbeitskraft an eine körperliche Person als Träger der lebendigen Qualität jeglichen Arbeitsvermögens und damit unausweichlich an deren alltäglichen Lebens- und Sozialzusammenhang“ (Jurczyk, Voß 2000, 167).

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