Bedingungen gerechten Handelns: Motivations- und by Annette Schmitt

By Annette Schmitt

Legitimität und begründeter Legitimitätsglaube sind aus Sicht der liberalen politischen Philosophie nicht voneinander zu trennen: Die Regeln zur Ordnung einer Gesellschaft sind nur dann normativ gerechtfertigt, wenn die Bürger, die diesen Regeln unterworfen werden sollen, sie - prinzipiell - tatsächlich akzeptieren können, und zwar wegen der Gründe, die für sie sprechen. Daher muss es ein zentrales Anliegen liberaler Theoretiker sein, die Bedingungen zu untersuchen, unter denen gerechtfertigter Legitimitätsglaube entsteht und zum gerechten Handeln motiviert. Dabei sind folgende Fragen zu beantworten: Können Produkte der Vernunft - Rechtfertigungsgründe - den Wunsch erzeugen, gerechte Regeln zu befolgen? Wenn ja, wie? Und unter welchen Bedingungen führt der Wunsch zur Tat? Diese Fragen werden auf der Grundlage von John Rawls' "A thought of Justice"
erörtert, da er in diesem zentralen Werk einen wegweisenden Beitrag zu ihrer Beantwortung leistet.

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Das ist, so Frankena, in der Tat logisch durchaus möglich, da es zwei Typen von Handlungsgriinden gibt, nämlich Gründe, die ein bestimmtes Handeln rechtfertigen, und Gründe, die zum Handeln motivieren. justifYing" und "exciting reasons" (Frankena 1958,44). Wenn es zwei Arten von Handlungsgründen gibt, dann ist es widerspruchsfrei möglich, dass ein Akteur aufgrund der rechtfertigenden Gründe einsieht, dass eine Pflicht zu x besteht, er aber keinen Motivationsgrund hat, x auch zu tun. Dem kann auch ein realistischer Internalist wie Michael Smith zustimmen, denn auch er unterscheidet zwischen "normative" und "motivating reasons": "To say that someone has a normative reason to q, is to say that there is some normative requirement that she q,'s, and is thus to say that her q,-ing is justified from the perspective of the normative system that generates that requirement.

Es ist auf keine Weise dadurch ein anderes Gut, geschweige denn ein wertvolles, 16 Dieser Eindruck entsteht bereits, wenn Rawls postuliert, dass rationale Akteure nicht aus Neid handeln (vgl. ToJ 143), sondern gegenüber den Nutzeneinkünften ihrer Mitmenschen weitestgehend indifferent sind. Damit ist nicht nur gemeint, dass sie keine Nutzeneinbußen hinnehmen würden, um den Nutzen anderer zu schmälern, sondern auch, dass sie ihren Nutzen nicht dadurch steigern können, dass sie anderen schaden, weil sie ihnen nicht gönnen, was sie selbst nicht haben können.

Den äußeren Kräften, die unabhängig vom Willen des Handlungssubjekts zu einem bestimmten Verhalten führen, sondern die nach den Handlungsgründen, die einen Handelnden dazu veranlassen, einen bestimmten Akt zu vollziehen (vgl. ). Es gibt zwei Typen von Handlungsgrunden, nämlich Rechtjertigungsgrunde und Beweggründe. Erstere beantworten die Frage, warum eine Handlung vollzogen wurde, mit Verweis auf normative Prinzipien, wonach die Handlung normativ geboten oder erlaubt war. Letztere geben dagegen die inneren Zustände, die "geistigen" oder "intentionalen" Elemente einer Handlung an, die eine Motiv- oder teleologische Erklärung (im Gegensatz zu einer Kausalerklärung) ermöglichen (Rescher 1985,5; Redondo 1999,23).

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